Modul 5

Gesundheitsförderung und Gesundheitsmanagement zur Erhaltung der Arbeitsfähigkeit - Schwerpunkt: Psychische Gesundheit

Die Analyse in Unternehmen der Pflege- und Gesundheitsbranche im Rahmen des Projekts "Hoffnung Alter" bestätigt, was auch branchenunabhängige Entwicklungen aufzeigen: Unternehmen, die wettbewerbs- und zukunftsfähig sein wollen, müssen sich darauf einstellen, dass immer mehr ihrer Mitarbeiter mit psychischen Problemen konfrontiert werden. Damit wird "Gesundheit" im Betrieb immer mehr in den Mittelpunkt der Betrachtungen rücken und ein gezielt zu entwickelndes Gesundheitsmanagement nach sich ziehen.

Nach Meinung des Dortmunder Experten Prof. Michael Kastner ist der Zuwachs psychischer Erkrankungen auf die zunehmende Dynaxität (Komplexität plus Dynamik) moderner Lebens- und Arbeitsprozesse zurückzuführen. Damit könne das Entwicklungstempo des Menschen oftmals nicht mithalten. Es komme zu wiederholten Erfahrungen persönlicher Überforderung und dem krankmachenden Schluss, den Anforderungen modernen Lebens dauerhaft nicht gewachsen zu sein.

Die psychischen Belastungen gerade im beruflichen Feld der Pflege sind augenscheinlich und dennoch in der Vergangenheit zu wenig beachtet worden. Dies reflektieren auch Untersuchungsergebnisse im Projekt "Hoffnung Alter" hinsichtlich der Gefährdungsbeurteilungen. Hier wurden kaum Aussagen zu psychischen Belastungen am Arbeitsplatz getroffen und blieben demzufolge auch relativ unbeachtet in den Handlungsfeldern Arbeitsorganisation, Führungsmanagement und soziales Klima und Kommunikation im Unternehmen.

Die Arbeit in der Pflege kann als dialogische Tätigkeit charakterisiert werden. Hier sind selbst einfache Betreuungshandlungen bei pflegebedürftigen Menschen in komplexe Zusammenhänge der Kommunikation und Kooperation eingebunden. Kommunikation spielt sich auf der Beziehungsebene über Affekte und Emotionen im verbalen und nonverbalen Bereich ab. Die Gefahr zur Entstehung von Arbeitsunzufriedenheit, psychischem Stress und Burnout gerade auch bei älteren Menschen ist groß, wenn nicht gezielt auf die Beseitigung oder Reduzierung von Gesundheitsrisiken und beim Einzelnen auf die Beachtung Gesundheitsgefährdender Gewohnheiten hingearbeitet wird. Dieser Ansatz gewinnt im Zeitalter der veränderten Arbeitsprozesse (neue Pflegekonzepte, Umbau von Stationen,) und der daraus erwachsenden Arbeits- und Leistungsanforderungen an Bedeutung.

Immer stärkeren Stellenwert bekommt das Aufspüren und Aufzeigen der vorhandenen Ressourcen im Unternehmen, die ohne großen Aufwand ausgeschöpft werden können und der Gesundheit dienen.

In dieser Veranstaltung wurden Möglichkeiten aufgezeigt, die insbesondere auch die psychische Gesundheit der älteren und erfahrenen Beschäftigten fördern. Unter Zuhilfenahme des Arbeitsfähigkeitsmodells mit den Faktoren Individuum, Gefährdungsbeurteilung, professionelle Handlungs- und Führungskompetenz wurden praktikable Fallbeispiele erarbeitet und bewertet.

Materialien zu Modul 5

Titel:Stress - was ist das?
Inhalt:Betrachtungen über Wesen, Ursachen, Wirkungen von Stress und Möglichkeiten der Stressbewältigung mittels geeigneter Strategien
Autor:Marianne Giesert
Link:Stress_Praesentation.doc

Modul 5

Gesundheitsförderung und Gesundheitsmanagement zur Erhaltung der Arbeitsfähigkeit - Schwerpunkt: Psychische Gesundheit

ZeitLerngegenstandLernzielMethodenInstrumente, MaterialAusführende
09.00-09.30 Thematische Einführung
>Psychische Gesundheit - ein Baustein des erfolgreichen Unternehmens
Kennenlernen der grundsätzlichen Begriffe Psyche, Gesundheit usw. Lehrgespräch Diskussion 0Folien Marianne Giesert
09.30-10.30 Arbeitsorganisation; Soziales Klima und Kommunikation; Führung Einblick in Gefährdungen mit Ihren Konsequenzen zum Thema Lehrgespräch Folien Marianne Giesert
10.30-12.00 Ausgewählte Werkzeuge zur Entlastung und Minimierung von psychischen Belastungen u. Beanspruchungen speziell bei Beschäftigung älterer MitarbeiterInnen
>Werkzeug Verhältnisprävention
>WerkzeugVerhaltensprävention
>weitere Werkzeuge Kennenlernen von Entlastender Gestaltung
Lehrgespräch u. Diskussion Folien Marianne Giesert
12.00-12.45 Mittagspause
13.00-16.00 Fallbeispiel
>Ergebnisse einer Befragung mittels Arbeitsbewältigungsindex; Was ist zu tun?
Kennenlernen des Arbeitsfähigkeitskonzepts anhand eines betrieblichen Beispiels Lehrgespräch Folien Marianne Giesert
>Gemeinsame Fallbeispielentwicklung Entwicklung eines Fallbeispiels im eigenen Betrieb mit anschließender Entwicklung von Maßnahmen Diskussion im Plenum Flipchart
>Workshops zur Entwicklung von Maßnahmen
>Gefährdungsbeurteilung der körperlichen u. psychischen Belastungen Grundlagen für eine umfassende Gefährdungsbeurteilung Lehrgespräch Folien
>Abschluss
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