INNOPUNKT-Kampagne "Mehr Chancen für ältere Fachkräfte"
Handlungsleitfaden zum Arbeitsbewältigungsindex (ABI) für Kleinbetriebe

2. Schritt:
Jetzt handeln und Konkurrenzvorteile sichern

In manchen Unternehmen überwiegt vielleicht noch immer die Vorstellung, dass all diese Maßnahmen noch "Zeit hätten" nach dem Motto: "Irgend einen Ausweg gibt es immer!" - oder: "Wir sind (noch) nicht betroffen".

Überlassen Sie diese Fragen keinesfalls dem Zufall! Letztlich resultieren aus heutigen Weichenstellungen Konkurrenzvor- oder -nachteile in Euro und Cent, aber auch Sicherheit für die Arbeitsplätze und Freude an der Arbeit!

Bereits jetzt steht fest: Je eher ein Unternehmen sich systematisch auf die Bewältigung des demographischen Wandels vorbereitet, desto erfolgreicher wird es aus diesem Prozess hervorgehen. Sie schaffen letztlich eine Arbeits- oder Unternehmenskultur, die Führung und MitarbeiterInnen in den folgenden Punkten zusammenschließt:

O Ziele vereinbaren

Jeder Betrieb benötigt eine "gute Produktivität und Qualität der Arbeit" als Voraussetzung für das Überleben auf dem Markt. Die MitarbeiterInnen können diese Arbeitsanforderung auf Dauer jedoch nur dann bewältigen, wenn sie ihrerseits über eine "gute Lebensqualität und Wohlbefinden" verfügen. Arbeitsbedingte Belastungen und Erkrankungen können hier einen erheblichen negativen Einfluss ausüben.

Es muss offen darüber gesprochen werden: Wie sehen diese Ziele konkret aus? Und es muss geklärt werden, ob sich diese beiden Forderungen in einem soliden Gleichgewicht befinden?

O Die Ausgangslage klären: Stärken und Schwächen im Unternehmen

So kann es durchaus möglich sein, dass ein Unternehmen aktuell "gute Arbeit" in hoher Qualität liefert, die Arbeit aber unter schlechten ergonomischen Bedingungen (z. B. veraltete Hilfsmittel, zu hohe Anteile an körperlicher Arbeit) und unzureichender Arbeitsorganisation abläuft. Die Stärken der Dienstleistung beruhen dann auf einer Überlastung der MitarbeiterInnen, die langfristig von diesen nicht ausgeglichen werden. Arbeitsbedingte Erkrankungen, die sich daraus langfristig entwickeln können, haben erheblichen Einfluss auf das Auftreten oder das Vermeiden von vorzeitiger Erwerbsunfähigkeit.

Daten, Fakten und Erkenntnisse sammeln...

Die Faktoren 1 bis 4 des Arbeitsfähigkeitskonzeptes sollen deshalb systematisch untersucht und ausgewertet werden. Diese Ist-Analyse ist die Voraussetzung für den Aufbau eines betrieblichen Gesundheitsmanagements. Unternehmensleitung, Betriebsrat und/oder MitarbeiterInnen müssen sich über das Vorgehen verständigen. Das gilt auch für kleine Betriebe ohne Vertretungsorgane. Organisieren Sie den Dialog z. B. durch die Bildung eines Steuerkreises.

... entscheiden und umsetzen

Und: Legen Sie Regeln fest, wie mit den Ergebnissen und Erkenntnissen umgegangen wird. Verbindlichkeit wird von allen Beteiligten erwartet. Wenn mehrere Maßnahmen sinnvoll sind, dann können Sie eine Rangfolge bilden und sie Schritt für Schritt umsetzen. Wenn Veränderungen erst später oder gar nicht umgesetzt werden können, dann ist eine klare Begründung notwendig, sonst verlieren die Beteiligten das Vertrauen in den Entwicklungsprozess.

X Tipps:

  1. Jetzt die Frage stellen, ob jeder bis zur Rente erfolgreich und gesund arbeiten kann und was dafür getan werden muss?
  2. Die Unternehmensleitung muss definieren, was sie mittel- bis langfristig unter "guter Produktivität und Qualität der Arbeit" versteht.
  3. Die MitarbeiterInnen und/oder ihre Vertretung müssen definieren, was sie mittel- bis langfristig unter "guter Lebensqualität und Wohlbefinden" erreichen wollen.
  4. Beginnen Sie mit der Ist-Analyse der vier Faktoren des Arbeitsfähigkeitskonzeptes.
  5. Legen Sie Regeln fest, wie der Datenschutz eingehalten werden kann.
  6. Legen Sie vorher fest, wie mit den Ergebnissen und Erkenntnissen umgegangen werden soll: Wer, was, wann, wo und wie?
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